Saiten
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Wie finde ich die richtige Badmintonsaite und die Bespannungshärte?

Wie finde ich die richtige Badmintonsaite und die Bespannungshärte?

Die richtige Wahl der Badmintonsaite und die Frage „Wie hart soll ich meinen Badmintonschläger bespannen?“ sind superwichtig für dein Spiel. Die Experten der Racket Company geben dir einen Überblick über die Eigenschaften von Badmintonsaiten, die dir helfen, die richtige Saite zu wählen und mit der passenden Bespannungshärte zu kombinieren. Es ist wichtig, die verschiedenen Eigenschaften und Effekte der Saiten und Härten abzuwägen. Die Profis der Racket Company beraten dich dabei gerne und finden mit dir gemeinsam die richtige Kombination für dein Badminton-Racket.

Dazu haben wir noch einige interessante Tipps und Informationen rund um das Thema Besaitung für dich zusammengestellt.


Eigenschaften der Besaitung

Saitendicke (Durchmesser)

Der Durchmesser der Badmintonsaite hat einen wesentlichen Einfluss auf die Haltbarkeit und die Spieleigenschaften. Saiten mit einem dickeren Durchmesser haben eine höhere Haltbarkeit. Dafür spielen sich dünnere Saiten gefühlvoller. Saiten ab einem Durchmesser von 0,70 mm sind wettkampftauglich. Der Klassiker unter diesen Saiten dürfte die BG-65 von Yonex sein. Badmintonsaiten mit einem noch höheren Durchmesser werden vor allem bei günstigen und werksseitig bespannten Schlägern aufgrund der längeren Haltbarkeit verwendet.

Eine mittlere Stärke liegt zwischen 0,67 und 0,70 mm. Ab 0,66 mm spricht man von dünnen oder sehr dünnen Saiten. Bei der Saite muss man also zwischen Haltbarkeit und Spieleigenschaften abwägen.

Oberfläche der Saite

Die Oberfläche der Saite kann rauer oder glatter sein. Raue Saiten ermöglichen mehr Spin und Schnitt. Der Ball „haftet“ etwas länger an der Saite; man kann auch sagen, die Saite greift den Ball durch die höhere Reibung besser. Die Ballkontaktzeit ist dadurch etwas höher. Besonders für angeschnittene Drops eignen sich diese Saiten. Glatte Saiten spielen sich direkter: Der sogenannte Snap-Back ist ausgeprägter, der Federball wird also direkter aus dem Schläger „katapultiert“.

Die Oberfläche wird durch die Eigenschaften und das Material der Außenlage (Outer) bestimmt.

Und jetzt kommt’s: Wer die positiven Eigenschaften kombinieren will, greift zu Hybrid-Saiten. Dabei ist eine Saite griffiger oder beinahe „tacky“ (in der Regel die Längssaiten/Mains) und die Quersaiten (Crosses) sind glatter. Die meistgespielte Hybridsaite ist die Yonex Aerobite.

Elastizität der Saite

Die Elastizität der Saite bestimmt, wie stark sie sich verformt und anschließend wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehrt. Die sogenannte Repulsion beschreibt, wie viel Energie dem Federball dabei mitgegeben wird.

Saiten mit guten Katapultwerten sind beispielsweise die BG-80 Power und die Exbolt 65 von Yonex oder die Li-Ning N65. Unabhängig von der Saite beeinflusst auch die Bespannungshärte die Repulsion. Generell gilt: Je härter bespannt wird, desto weniger Repulsion hat man. Das ist ein klassischer Trade-off: Kontrolle gegen Geschwindigkeit/Länge.


Bespannungshärte

Die Bespannungshärten im Badminton bewegen sich meist in einem Bereich von 8,0 bis 14,0 kg.

Die große Mehrheit der Spielerinnen und Spieler liegt jedoch zwischen 9,5 und 11,5 kg. Darunter finden sich meist werksseitig in der Fabrik bespannte Schläger. Hier wird häufig nur wenige Male an der Saite beim Bespannen gezogen, und man verzichtet auf höhere Härten zugunsten einer günstigen und haltbaren Besaitung.

  • Niedrige Bespannungshärten (bis ca. 10,0 kg): fehlerverzeihender. Trifft man den Ball nicht genau im Sweetspot, hat man trotzdem noch einen gewissen Trampolin-Effekt. Wegen stärkerer Vibration und Verschiebung der Saiten spielen sich niedrige Bespannungen allerdings etwas unpräziser.
  • Mittlere Bespannungshärten (bis ca. 12,0 kg): gutes Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Power. In diesem Bereich bewegen sich die meisten erwachsenen Vereinsspieler.
  • Hohe Bespannungshärten (bis ca. 15,0 kg): vor allem bei professionellen Spielern. Erfordern hohe Schnellkraft und präzise Technik, da der Sweetspot deutlich kleiner ist. Unsaubere Treffer verlieren schnell an Länge, ermöglichen dafür aber sehr präzise Schläge.

Wir empfehlen Einsteigerinnen und Einsteigern meist eine Härte von ca. 10,0 kg. Damit hat man eine sehr gute Orientierung und kann bei der nächsten Neubespannung nachjustieren. Meist hat man nach nur wenigen Neubesaitungen die perfekte Bespannungshärte für sich gefunden. Spielerinnen und Spieler, die viel trainieren und sich verbessern, sollten die Bespannung von Zeit zu Zeit an ihre Spielstärke anpassen.

Auch bei der Bespannungshärte hängt die richtige Wahl von den eigenen Spieleigenschaften ab. Hat man eine gute Technik und Schnellkraft, kann man aus einer härteren Bespannung noch einen guten Beschleunigungseffekt herausholen. Ebenfalls sollte man die Wechselwirkung mit der Härte des Schafts berücksichtigen. Diese hat einen ähnlichen Einfluss wie die Bespannungshärte. Die Besaitungsexperten der Racket Company finden mit dir zusammen die richtige Härte für deinen Schläger. Schreib uns gerne eine E-Mail an [email protected] und wir geben dir einen Tipp.


Marken von Badmintonsaiten

Die führende Marke bei Badmintonsaiten war viele Jahre Yonex. In den letzten Jahren haben es jedoch einige Hersteller geschafft, ebenfalls High-Tech-Badmintonsaiten im Multifilament- und Hybrid-Bereich zu entwickeln und erfolgreich zu vertreiben. Ein Saitenspezialist ist dabei Ashaway aus den USA mit der ZyMax-Serie. Eine große Fangemeinde hat inzwischen auch Li-Ning, die chinesische Marke Nr. 1. Und auch Victor konnte mit der VBS- und VS-Serie mehrere hochwertige Saiten sehr erfolgreich etablieren.

Wir führen alle wichtigen Marken in unserer Saitenkategorie – meist sowohl als Set als auch als 200-m-Rolle.


Fazit

Die Eigenschaften der Badmintonsaiten sind sehr vielseitig, und verschiedene Eigenschaften beeinflussen oft die gleichen Effekte (Kontrolle, Beschleunigung, Spin usw.). Es gilt also, die richtige Kombination zu finden – auch im Zusammenhang mit dem jeweiligen Schläger, bei dem es ähnliche Dinge zu beachten gibt. Hierfür muss man die einzelnen Eigenschaften gegeneinander abwägen und Schritt für Schritt vorgehen. Wir empfehlen, nicht zu viele Faktoren auf einmal zu ändern, wenn man nicht völlig unzufrieden ist. So lernt man mit der Zeit, die verschiedenen Faktoren in Bezug auf das eigene Spiel besser zu beurteilen.


Häufige Fragen

Woher kommt eigentlich der „Klang“ der Saite?

Generell lässt sich sagen: Eine Saite klingt umso höher, je härter sie bespannt wurde. Dünnere Saiten klingen außerdem heller und schärfer als dickere. Auch „härtere“ Saiten haben diesen Effekt. Man hört das sehr gut bei Badminton-Profis: Beim Balltreffpunkt ist ein charakteristischer, heller Ton zu hören. Wer Spaß daran hat, kann versuchen, am Ton zu erkennen, wer eine härtere Bespannung spielt.

Wann und wieso reißt eine Badmintonsaite?

Wann die Besaitung eines Badmintonschlägers reißt, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Rolle spielen vor allem Durchmesser, Elastizität, Bespannungshärte und nicht zuletzt Technik und Treffgenauigkeit. Allgemein gilt: Je dünner, härter bespannt und „härter“ die Saite ist, desto schneller kann sie reißen.

Ein wichtiger Grund für einen Saitenriss ist zudem das ungenaue Treffen des Federballs. Reißt eine der acht mittleren Längssaiten im oberen Drittel des Kopfs und das schon nach relativ kurzer Zeit (im Extremfall direkt bei den ersten Schlägen), dann sind Bespannungshärte und Saitendicke meist nicht gut an die Genauigkeit der Technik angepasst. Im oberen Drittel fehlen zum Schlägerrand hin die stabilisierenden Quersaiten. Dort ist die Badmintonsaite also besonders verletzlich. Trifft man dort mit großer Wucht den Ball und die Saite ist hart bespannt und eventuell auch noch dünn, kann sie sehr schnell reißen. Passiert dies wiederholt, sollte man die Bespannungshärte reduzieren und über eine haltbarere Saite nachdenken.

Es lässt sich keine generelle Aussage über die Haltbarkeit von Badmintonsaiten treffen. Man muss anhand der Eigenschaften von Saite und Bespannung sowie der eigenen Technik die richtige Kombination finden. Möglich ist alles zwischen zehn und einhundert Spielstunden (grobe Orientierung). In der Regel sind aber nicht viele Besaitungsversuche nötig, um die passende Einstellung zu finden.

Zuletzt hängt viel von der Qualität der Besaitungsmaschine und den Fähigkeiten des Besaiters/der Besaiterin ab. Die Saite muss gleichmäßig gespannt werden und darf nicht durch Maschine oder Werkzeuge verletzt werden. Unser professioneller Besaitungsservice arbeitet mit High-Tech-Maschinen, und unsere Besaiter bespannen Zehntausende von Badmintonschlägern im Jahr.

Achtung, Geheimtipp: Wir sehen immer wieder Saiten, die – obwohl die Spielfläche noch unbeschädigt ist – am Rand reißen. Das passiert häufig, wenn man den Federball mit dem Schläger vom Boden aufhebt und dabei mit der Saite über den Boden kratzt. Dabei wird die Saite beschädigt und reißt dann außen in der Nähe der Ösen im oberen Drittel des Schlägerkopfs. Wenn man den Federball so aufhebt, sollte man entsprechend auf die Saite achten.

Wann sollte man die Saite wechseln?

Nicht immer ist es sinnvoll zu warten, bis die Saite reißt. Auch hart bespannte Schläger können lange halten, wenn man einen sauberen Treffpunkt hat. Letztlich ist es eine persönliche Präferenz, ob man immer mit einem frisch bespannten Racket spielen möchte oder ob man auch mit einer leicht verminderten Spannung gut klarkommt. Reißt die Saite nicht von selbst, gilt die Faustregel: pro Jahr mindestens so oft besaiten lassen, wie man pro Woche spielt. Das ist eine grobe Regel, bietet aber eine gute Orientierung.

In welchen Einheiten werden Badmintonsaiten verkauft?

Saiten gibt es in der Regel als sogenanntes Set. Ein Saitenset reicht für die Besaitung eines Badmintonschlägers aus. In der Regel muss der Besaiter das Set noch einmal durchtrennen, um je ein Stück für die Längs- und Quersaiten zu haben. Die meisten Saiten gibt es auch auf der 200-m-Rolle. Die sehr viel gespielte BG-65 ist aktuell sogar als 500-m-Rolle erhältlich.

Wie ist eine Badmintonsaite aufgebaut?

Hochwertige Badmintonsaiten sind sogenannte Multifilament-Saiten. Sie bestehen aus einem Kern (Core), der maßgeblich für Elastizität/Repulsion verantwortlich ist. Darüber liegt der Mantel aus geflochtenen Fasern mit Beschichtung. Diese äußere Schicht bestimmt die Rauigkeit der Oberfläche und das Spielgefühl. Saiten „aus einem Stück“ kommen nur bei sehr günstigen und bereits ab Werk bespannten Schlägern zum Einsatz.